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Sehr geehrte Besucherinnen & Besucher dieser Homepage,

seit Jahren analysiere ich die Berichterstattung des Bundeskrimi-nalamtes (BKA) zur Drogenkriminalität und habe die als PDF-Datei bereitgestellte Studie "Falsche Angaben zu Drogentodesfällen" verfasst (siehe unter Studie und andere Beiträge). Darin weise ich nach, dass über Drogentodesfälle systematisch falsch berichtet wird, um diese möglichst unauffällig erscheinen zu lassen. Wesentliche Aspekte:
  • Nach meinen Recherchen wurde seit Ende der 1980er-Jahre der weit überwiegende Anteil der Drogentodesfälle in Deutschland durch Kriminalisierung und Strafverfolgung und nur ein kleiner Teil ausschließlich durch Drogenkonsum verursacht. - Die Kurzfassung und die Minimalfassung beinhalten jeweils drei Nachweise auf zwei Seiten (siehe unter Studie und andere Beiträge). - Dieser Sachverhalt wurde aufwendig verschleiert.
  • In Abschnitt 4.6 der Studie wird anhand von Daten aus Bayern belegt, dass entgegen anderslautender Darstellungen des BKA fast nur polizeibekannte Drogenkonsumenten sterben.
Mit Schreiben vom 24.02.2011 habe ich die Studie zunächst der Drogenbeauftragten der Bundesregierung zugesandt. Daraufhin wurde mir ohne weitere Erklärung mitgeteilt, dass man die von mir vorgenommene "Kausalitätszuschreibung für das Auftreten von Drogentodesfällen (...) nicht teilen" könne.

Ab dem 17.04.2011 habe ich die Studie an Mitglieder mehrerer Bundestagsausschüsse, an das Bundesinnenministerium und an Amnesty International gesandt (siehe unter Adressaten). Es gab zwar einige Rückmeldungen. Doch offenbar hat sich bisher niemand ernsthaft der Angelegenheit angenommen. Immerhin wurde kein Hinweis auf einen Fehler in meiner Argumentation gegeben.

Leider kenne ich keinen Verlag, der für eine Veröffentlichung der Studie in Frage kommt. Deshalb stelle ich diese als PDF-Datei ins Internet.

Es liegt im Interesse der Drogenkonsumenten und deren Angehö-rigen, dass die benannten Umstimmigkeiten umgehend aufgeklärt und dass die erforderlichen Konsequenzen gezogen werden, denn infolge einer seit 1985 forcierten Strafverfolgung (als Reaktion auf die Ausbreitung von AIDS) sterben noch heute täglich Menschen, die nicht hätten sterben müssen. Angesichts dessen kann man die weltweite Bewegung nur unterstützen, die unter dem varianten-reichen Motto steht:

        Entkriminalisierung des Drogenkonsums!
        Beendet die Drogenprohibition!
        Stop the Drug War!

Diese Bewegung begründet ihre Forderungen u. a. damit, dass in den Anbau- und Transitländern wie Guatemala und Mexiko Tausen- de Menschen durch den Krieg gegen die Drogenkartelle und durch Bandenkriege der verschiedenen Organisationen untereinander sterben.

Diese Studie fügt dem ein wesentliches Argument hinzu. Auch in Deutschland - wie voraussichtlich in anderen Ländern, in denen Drogen konsumiert werden - kostet die Kriminalisierung und Straf- verfolgung des Drogengebrauchs Tausende Menschen das Leben.

Die Studie beinhaltet die bereits genannte Kurzfassung von 5,5 Seiten und eine Minimalfassung von nur 3 Seiten, welche den Einstieg erleichtern. Die Abschnitte 5.5 und 7 informieren über die Rolle der deutschen Suchtforschung, die sich mit dem Konsum von Heroin befasst (zusammen etwa 5 Seiten).

Zudem sind auf der Seite Studie und andere Beiträge ein Thesen- papier und die Beiträge Die Relevanz der Strafverfolgung für die Mortalität der Drogenkonsumenten und Spekulation statt Ursachenanalyse abrufbar. Der erste thematisiert die aktuelle Relevanz der Strafverfolgung und die Ursache für den Rückgang der Todesrate in den letzten 10 Jahren. Der zweite behandelt den Anstieg der Drogentodeszahlen von 1985 bis 1991 und die diesbe- zügliche Einschätzung in der wissenschaftlichen Forschung.

Vielen Dank für Ihr Interesse
Helmut Scheimann






© Helmut Scheimann